SWITCH OFF
und hol Dir Dein Leben zurück

SWITCH OFF - der Blog von Monika Schmiderer

Wie wir der digitalen Stressfalle entkommen und wieder frisch, kreativ und selbstbestimmt leben. Ein Blog, der Spaß macht, informiert und Lust weckt, mal was Neues zu probieren. Come on in ;)

Story: Was einen Designer inspiriert auszuschalten

Als frischen Start ins neue Jahr, direkt am 01. Jänner, sah ich Dein Posting: „Unplugged until February“ auf Instagram und Facebook mit der persönlichen Message: . „Unplugged until February um wieder mit beiden Beinen, beiden Händen, beiden Augen und beiden Ohren in nur einer Welt zu sein.“
Mit dieser Nachricht hast Du Dich verabschiedet – und warst einen Monat lang offline. Warum?
Welche Gedanken und Gefühle haben Dich dazu inspiriert auszuschalten?

Die wichtigsten Werkzeuge eines Designers sind seine Gedanken und seine Erfahrungen. Jede noch so kleine Idee braucht Zeit zum Wachsen und sie entwickelt sich von Tag zu Tag in eine bestimmte Richtung, die von unseren täglichen Eindrücken gelenkt werden. Aber was passiert, wenn die Eindrücke nun nicht mehr inspirieren oder bereichern, sondern nur noch überfluten? Durch die gefühlten 1000 Bilder die man auf Instagram pro Minute über seinen Smartphonebildschirm knallt, verliert man den Blick für das Besondere – und man schwimmt nur noch auf einer Welle des Überflusses.

Um meinen Kopf wieder frei zu bekommen und meine Ideen nicht im Netz sondern in der Natur, in der Stille und in meinem Alltag zu finden, habe ich mich für ein Monat-OFFLINE entschieden.

Wieviel Zeit verbringst Du denn täglich im Beruf, und wie viel Zeit privat mit den neuen Medien?

Da man als Designer seine Gedanken nicht einfach ein- und ausschalten kann, verschwimmt die Grenze zwischen Beruf und Privat sehr schnell. Es gibt keine fixen Arbeitszeiten in denen man auf Knopfdruck kreativ sein kann. Manche Ideen kommen früh morgens beim Zähne putzen, und andere Ideen entwickeln sich beim Gassi-gehen mit meinem Hund.
Ich schätze aber, dass ich sicherlich 3,5 bis 5 Stunden pro Tag in den sozialen Netzwerken unterwegs war. Sei es am Abend auf der Couch, am Smartphone oder auch direkt beim Arbeiten an neuen Plänen und Skizzen, um sich kurz „abzulenken“. Aber im Grunde ist es nur verlorene Zeit, die wir definitiv sinnvoller in unsere Familie, unsere Haustiere oder in unsere Gesundheit investieren könnten.

Unsere Gesellschaft nimmt sich die Zeit, sich täglich von sinnfreien und zeitraubenden Informationen berieseln zu lassen, anstatt sich nur 20 bis 30min um ihren Körper und ihre Gesundheit zu kümmern.

Welche Konsequenzen hatte Dein Medienkonsum und Dein Leben in Social Media für Dich persönlich?

Die Stimme meiner Gedanken wurde einfach durch das Geschrei von Facebook und Co. in den Hintergrund gedrängt. Es wurde auch immer schwieriger den Moment zu genießen. Auf einmal sind die Momente, die ich im Netz mit meinen virtuellen Freunden geteilt hatte, wichtiger und größer geworden, als die Augenblicke, die nur für mich und meine realen Freunde bestimmt gewesen wären.

Der unterbewusste Druck seine schönsten Erlebnisse mit all seinen Followern teilen zu müssen, wurde von Woche zu Woche und von Monat zu Monat immer größer. Es klingt nun schon fast so, als hätte ich 1000 Fotos pro Tag hochgeladen, … das sicherlich nicht, aber es überschritt definitiv die Grenze die ich für mich persönlich für „okay“ empfand.

Wie hat sich das Always-on-Sein auf Deinen Job als Designer ausgewirkt?

Ich ließ mich zu sehr von „Was-es-schon-alles-Gibt“- beeinflussen, anstatt auf der Suche nach „Was-kann-man-Neues-Schaffen“ zu sein. Klar, man muss das Rad nicht immer neu erfinden, aber den Weg auf dem es seine Spuren zieht können wir frei nach unseren Wünschen gestalten.

Unsere Welt, unsere Natur, unsere Tiere und unsere Träume haben mehr Inspiration auf Lager als jeder Mode-, Design- oder Architekturblog.

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Und wie hat sich das Offline-Gehen auf Zeit auf Dein Privatleben ausgewirkt?

Meine Heimat ist die Bergwelt Tirols. Wir haben wunderbare Wälder, Flüsse und Seen direkt vor unserer Haustüre. Das OFFLINE-Monat hat mir wieder geholfen genau das zu sehen… Die Schönheit die direkt vor unseren Augen liegt und nicht in unseren Handy´s oder PC´s. Der ständige kurze Blick auf mein Display ob ein Foto geliked wurde oder man eine Nachricht bekommen hat, begleitete mich ansonsten den ganzen Tag. Damit entstand eine gewisse Abhängigkeit, die man nicht mehr kontrollieren konnte. Im Grunde genommen ist es wie beim Rauchen. Den Raucher stört es nicht, wenn seine Kleidung stinkt oder sein Atem Blumen zum Verwelken bringt. Erst wenn er mit dem Rauchen aufhört merkt er, wie sehr die Sucht ihn beeinflusst hat.

Hattest Du Zweifel oder Ängste, für vier Wochen offline zu gehen?

Nein. Da meine Freundin und ich sehr gerne die Welt bereisen und es in manchen Ländern oder in Wohnmobilen kein WLAN gibt, war mir das Gefühl OFFLINE zu sein schon bekannt. Es ist aber definitiv ein Unterschied da, ob man absichtlich oder gezwungenermaßen ohne Internet auskommen muss.

Wie hast Du Deine Zeit offline erlebt?
Was hast Du an Dir beobachtet?
Hat es Dich und Dein Leben verändert und wenn ja, in welcher Weise?

Die Zeit ohne Facebook, Instagram & Co. hat mich wieder in das reale, in das wirklich wichtige Leben zurückgeholt.
Jedes Mal, wenn ich seither zum Smartphone greife und mein Daumen minutenlang in den sozialen Netzwerken von unten nach oben gleitet, kommt genau diese eine Frage: „Was machst du denn da eigentlich?“

In solchen Momenten ziehe ich jetzt meine Jacke an, und drehe eine große Runde mit meinem Hund (ohne Handy). Meine Gesundheit, mein Immunsystem und mein Hund sind glücklich und ich treffe reale Menschen mit denen ich mich mit Augenkontakt austauschen und unterhalten kann.

Ich bin durch das OFFLINE-sein sicherlich aufmerksamer geworden und hab die Natur und dessen Freunde wieder neu schätzen gelernt.

Würdest Du wieder ein Media-Detox wie dieses machen?
Würdest Du es Freunden und Familie empfehlen?
Wenn ja, warum?

Sofort!!! Es war auf keinen Fall das letzte Mal, dass ich den sozialen Medien für eine bestimmte Zeit den Rücken gekehrt habe. Leider ist es nicht so einfach im 21. Jahrhundert ohne diese Medien auszukommen, daher versuche ich nun einen gesunden und für mich vertretbaren Mittelweg zu finden.

Ich würde es JEDEM empfehlen. Es zeigt deutlich, wie sehr wir bereits Sklaven der Technik sind – und wie einfach es sein könnte, seine vergessene und verlorene Freiheit wieder zu finden.

Was möchtest Du allen SWITCH OFF-Abenteurern, die ihr ganz persönliches 14-Tage-offline-Erlebnis wagen, mit auf den Weg geben?

Keine Angst, die Welt dreht sich trotzdem weiter!!!!!!!!!!!!! Ihr verpasst rein gar nichts. Löscht eure App vom Handy und schreibt euch stattdessen eine Liste mit Dingen, die ihr schon lange machen wolltet, aber nie die Zeit dafür hattet… Glaubt mir… nun habt ihre sie!! :)

Was sollte heute unser wichtigster Leitspruch um Umgang mit den Medien sein?

Die Privatsphäre beginnt und endet bei der Haustüre, also entscheide genau, wem du einen Blick in dein Leben gewährst und wie weit deine Haustüre offen steht.

Herzlichen Dank für das Gespräch lieber Harald! ;)

#switchoff and remember that #wearecreators!
Bis bald! Deine Monika

Monika Schmiderer